Fotokünstler,
Kameramann, Fachautor
(Szekszárd, 22. Oktober 1890 – Budapest, 16. Februar 1966)
1960: AFIAP; 1963: EFIAP; Silberner Grad des
Verdienstordens Arbeit; 1965: verdienstvoller Künstler. Escher kommt aus einer
Handwerkerfamilie, er ist Maschinenschlosserlehrling. 1908: Ganz; 1911: Er ist
Technischer Zeichner bei der Schlick-Nicholson Maschinenfabrik. Mit der Hilfe
des namhaften Amateurfotografen Imre Belházy, der bei Ganz arbeitet, beginnt er
seine Fotografenlaufbahn. Er arbeitet für das Filmreportage-Unternehmen
Frölich-Fodor. 1919 ist er Kameramann bei den revolutionären Filmnachrichten
der Räterepublik („Roter Film Reportage”). Zwischen 1920 und 1927 ist er
Kameramann beim Star Stúdió (seine Filme: A dada, 1919; A szerelem mindent legyőz, 1920; Gróf
Mefisztó, 1920; Mackó úr kalandjai, 1920; Ben Columbus, 1921; Link és Fink,
1927). Im Jahr 1927 ist er auf Betreiben von Rudolf Balogh und Ernő
Mihályfi Fotoreporter beim Verlag Est Lapok (seine Bilder erscheinen vor
allem in der Fotobeilage der Zeitung Pesti Napló). Später ist er Mitarbeiter
der Printorgane Híd,
Film, Színház und Irodalom. nach 1945 arbeitet er für die Zeitungen Képes Világ, Kis Újság,
Képes Figyelő, Hungarian Foreign Trade und Ungarischer
Aussenhandel. Ein halbes Jahrhundert hindurch ist er mit seiner
Kamera bei jedem bedeutenden Ereignis zugegen. Er fotografiert namhafte
Persönlichkeiten seiner Zeit: Gyula Derkovits, Walter Gropius, Zsigmond Móricz,
Pablo Casals, Thomas Mann, Attila József, Zoltán Kodály, József Rippl-Rónai,
Frigyes Karinthy, Bertalan Pór, Fodor Saljapin, Benjanimo Gigli, Béla Bartók,
den Herzog von Windsor, Noémi Ferenczy und Józsi Jenő Tersánszky. Er tut weder
seine politische Meinung kund noch ist er Mitglied politischer Bewegungen.
Gleichwohl agitiert er mit seinen Bildern gegen Armut und Ungerechtigkeit. Er
leistet ein unglaubliches Arbeitspensum. Seine Fotos, die in der ungarischen
Presse erscheinen, heben die Fotografie in denselben Rang wie das geschriebene
Wort. Er ist einer der ersten, deren Fotos bei der Abbildung von Bewegungen
eine dynamische Unschärfe aufweisen. Damit provoziert er hitzige Debatten mit
den Redakteuren, die haarscharfe, jedoch statische Reportagefotos gewohnt sind.
Seine fachliche Autorität lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass er es
ist, der damit beauftragt wird, die als nationale Reliquie geltende
Petőfi-Daguerreotypie zu restaurieren (1955).
(Übersetzer: Péter Bognár)