Aurél BERNÁTH
Maler, Kunsttheoretiker
(Marcali, 13. November 1895–Budapest, 13. März 1982)
Auf Drängen von Ödön Rippl-Rónai beginnt er sich in Kaposvár mit der Malerei zu beschäftigen. Ab 1915 lernt er anderthalb Jahre in der Künstlerkolonie Nagybánya, wo János Thorma und István Réti seine Meister sind. 1929: Großpreis der Szinyei Gesellschaft. 1948, 1970: Kossuth-Preis. 1950: Munkácsy-Preis. 1952: Verdienstvoller Künstler. 1964: Herausragender Künstler.
Während des Ersten Weltkrieges wird er eingezogen (1916). Im Militärkrankenhaus von Keszthely lernt er Egry József kennen. 1918 rüstet er ab. Nach dem Krieg setzt er seine Studien nicht mehr fort. Er lernt die modernen Strömungen der Malerei kennen und tritt mit Lajos Kassák und den Aktionisten in Kontakt. 1921 zieht er nach Wien. Hier veröffentlicht er ein Album, das ganz im Zeichen des expressiven Symbolismus steht (Titel: Graphik). Zwischen 1923 und 1926 lebt er in Berlin. 1923 und 1924 stellt er in der Galerie Sturm aus (Rotes Tier, 1924). Ab 1924 sucht er nach einem neuen Stil. 1927 zieht er nach Pöstyén. Von dort reist er häufig nach Budapest. In dieser Zeit entsteht sein erstes wichtiges Werk im neuen Stil mit dem Titel Riviéra (1926-27). Sein Schaffen ist in jener Periode einerseits von lyrischer Kraft und eigentümlicher Farbenwahl, andererseits von einer meditativen und philosophischen Sichtweise gekennzeichnet. Ab 1926 ist er Mitglied der Neuen Gesellschaft Bildender Künstler, von 1928 an stellt er regelmäßig in der Kunsthalle (Műcsarnok) und im Ernst Museum aus. Nach seiner Avantgarde-Zeit verfolgt er eine naturbezogene Malerei, durch deren besondere Formensprache und Ästhetik er in den dreißiger Jahren zur Führungspersönlichkeit des Gresham-Kreises avanciert.
In diesem Jahrzehnt schafft er die wichtigsten Bilder seines Lebenswerks (Morgen, 1927-28; Winter, 1929; Selbstbildnis in gelbem Mantel, 1930; Das zum Erntedankfest gehende Mädchen, 1932) 1945 wird er Professor an der Hochschule für Bildende Künste. Zwischen 1948 und 1949 arbeitet er für die Kunstzeitschrift Magyar Művészet. In seinen theoretischen Stellungnahmen nimmt er sowohl gegen den konservativen Naturalismus als auch gegen die nonfigurative Kunst Stellung. Für seine Malerei ist jener impressionistische Stil kennzeichnend, der auf der Tradition der Schule von Nagybánya beruht. Er veröffentlicht laufend theoretische und autobiographisch geprägte Bücher (Schriften über die Kunst, 1947; So lebten wir in Pannonien, 1956; Wege aus Pannonien, 1960; Rund um die Muse, 1962; Im Garten der Muse, 1967; Über den Storch, Helga und den Tod, 1971; Die kleineren Welten, 1974; Aufzeichnungen um Mitternacht, 1976; Aufzeichnungen eines Malers, 1978).
(Peter Bognár)