BAÁSZ, Imre
Grafiker
(Arad {ROM}, 22. Februar 1941–Sepsiszentgyörgy {Sfântu Gheorghe, ROM}, 16. Juli 1991)
1965-1972: Ion Andrescu Hochschule für Bildende Künste in Klausenburg (Cluj-Napoca). 1972: Preis des Nationalen Buchsalons, Bukarest. 1985: Nationaler Preis für Grafik, Bukarest. 1978: II. Preis des Fabio Schaub Ausschreibens auf dem internationalen Ex Libris Kongress in Lugano. 1988: Stipendium in Finnland für seine Kalevala-Illustrationen. Zwischen 1976 und 1982 ist er Kustos in der Galerie von Sepsiszentgyörgy. Ab 1990 ist er als Bühnenbildner am Staatlichen Ungarischen Theater in Klausenburg tätig. Zwischen 1990 und 1991 arbeitet er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Bukarest. Von 1970 an werden seine Werke ausgestellt. Baász erringt einerseits als Verfechter moderner künstlerischer Bestrebungen, andererseits durch sein legendäres Organisationstalent die Anerkennung seiner Zeitgenossen. Grundmotiv seines Œvres war das Schicksal jener Ungarn, die nach 1920 (Friedensvertrag von Trianon) in den Minderheitenstatus geraten waren. Auf seinen Bildern sind Seil, riesige Sicherheitsnadel und Leintuch wiederkehrende Motive. Die Metaphern fungieren mal als Werteträger, mal als Werteleugnungen. Baász’ Werke werfen existentielle und moralische Fragen auf. Sein Stil ist am ehesten mit der Tradition des Expressionismus, dem Konzeptualismus und der Aktionskunst verwandt.
1981 und 1991 ist er der Organisator der internationalen Ausstellungen Medium I. und Medium II.. Als einer der Wortführer der Aktionskunst lanciert er die Ausstellungen Die Vogel-Aktion (1986) und Zeichnung – Farbe – Form (1987-1988). Überdies ruft er die AnnART Performance-Tage ins Leben, die er bis zu seinem Tod organisiert. Baász ist Mitglied und Aussteller im MAMŰ (Marosvásárhelyi Műhely = Werkstatt von Targu Mures). Er widmet sich auch der Illustrations- und Ex Libris Kunst.
(Peter Bognár)

