BACHMAN, Gábor
Architekt, Kulissenbildner, Designer
(Pécs, 24. Juni 1952)
Website: http://www.bachman.hu/index_set.html
1971–1972: Technische Universität Budapest, Fachrichtung Architektur. 1972-1977: Ungarische Hochschule für Kunstgewerbe, Fachrichtung Innenarchitektur. 1977-1991: Kulissenbildner des Ungarischen Filmproduktionsunternehmens. Von 1991 an ist er beruflich selbständig. 1986: Preis des Internationalen Wettbewerbs der Japanischen Architektur, Tokio. 1988: Béla-Balázs-Preis. János-Smohay-Preis (Székesfehérvár). Imre-Nagy-Erinnerungsplakette. 1989: Innenarchitektonischer Entwurf für den 35. Kongress der Radikalen Partei (mit László Rajk), Rom. Entwurf für das Begräbnis von Imre Nagy und die Märtyrer von 1956, Heldenplatz.
1992: Made Inn Live Music Club. 1993: Fuggerhaus-Entwurf. Als Künstler und Stipendiat der Künstlerkolonie verbringt er Anfang 1994 drei Monate im Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.
Die Grundkonzeption seines Schaffens spiegelt sich zum ersten Mal in der Architektur des Nichts wider. Die architektonische Malerei Bachmans ist eine Synthese zwischen gemalter Architektur und Modellierung einerseits, und gebauter, konstruierter Malerei andererseits.
Bachmann ist ein Architektur- und Raumkünstler, den der Übergang zwischen Architektur und Malerei, die geometrische Abbildung und Umbildung, die Rekonstruktion, die Reproduktion, die Kreation als Schöpfung, die Schaffung, die eindimensionale Linie, und der Übergang zwischen zweiter, dritter und vierter Dimension beschäftigen. Bachman’s abstrakte Formsprache entzieht sich dem geschlossenen System der Perspektive. Sie geht mit einer futuristischen, von innen nach außen strebenden Formsprache einher, die mehrere Blickwinkel zulässt. Dies ruft ein Gefühl des Fliegens, ja einen Schwebezustand im Nichts hervor.
Seine Lieblingsmotive sind spitze, offensiv wie aggressiv anmutende Winkel, Zickzacklinien, straff gespannte Bögen und Schlingen. Als Repräsentant Ungarns stellt Bachman bei der VI. Internationalen Architektur Biennale in Venedig sein Projekt Architektur des Nichts mit großem Erfolg vor. Er zieht die Aufmerksamkeit der internationalen Fachwelt auf sich und legt den Grundstein für seine spätere internationale Karriere. In Ungarn indes ist bisher noch kein Haus nach seinen Entwürfen errichtet worden.
Bachman’s Gebäudeentwürfe werden zum ersten Mal im chinesischen Nanjing verwirklicht, wo er mit vielen international bedeutenden Architekten zusammenarbeitet. Der Name des Projektes: 2003–2005 „Balance Building”. Bachman wird vom japanischen Architekten Arata Isozaki nach China eingeladen, um in Gesellschaft von so weltberühmten Architekten, wie Steven Holl (USA), Ettore Sottsass (Italien), Matti Sanaksenaho (Finnland), Hrvoje Njiric (Kroatien), Mathias Klotz (Chile), David Adjaye (Großbritannien), Luis M Mansilla (Spanien), Alberto Kalach (Mexiko), Sean Godsell (Australien), Odile DECQ (Frankreich) und Kazuyo Sejime (Japan) an einem Projekt zu arbeiten.
Grundlage für seine Zipp-Häuser-Konzeptionen ist das ART-SMART, das eine zukunftsträchtige Synthese von Architektur, Design, Multimedia, Musik und Film ist. Zwischen den scheinbar autonomen Fachrichtungen schafft die Architektur eine Einheit.
Nach seinem Erfolg auf der VI. Architektur Biennale in Venedig 1996, nimmt Bachman mehrfach mit den weltbesten Architekten an Ausstellungen und internationalen Architekturprojekten teil. Überdies werden Bücher herausgegeben, in denen er ebenfalls im Kreis der Besten seines Faches Erwähnung findet. 1997 wird Bachman von Arata Isozaki zusammen mit 47 international herausragenden Architekten zum Projekt Mirage City eingeladen. Unter anderen nehmen daran so bekannte Persönlichkeiten, wie Zaha Hadid, Frank O. Gehry oder Daniel Libeskind teil.
(Peter Bognar)