Béla BÁN
Maler
(Budapest, 4. Mai 1909 – Tel Aviv [ISR] 6 Februar 1972)
Zwischen 1925-1928 besucht er die Schule für Kunstgewerbe. Er wird dort unter anderen von Ferenc Helbing unterrichtet. Zwischen 1928-1930 geht er an die Hochschule für Bildende Künste, wo sein Meister Gyula Rudnay ist. Ab 1934 gehört er zur Gruppe Sozialistischer Bildender Künstler. 1943 ist er Mitglied der Neuen Gesellschaft Bildender Künstler. Zwischen 1946-1948 ist er Mitglied der Europäischen Schule. 1947 ist er Stipendiat in Paris. Zwischen 1947-1956 ist er Mitglied der Künstlerkolonie in Szentendre. Zwischen 1950-1956 lehrt er an der Ungarischen Hochschule für Bildende Künste. Zwischen 1956-1957 lebt er in Frankreich, zwischen 1958-1963 in Argentinien. 1963 lässt er sich schließlich in Israel nieder, wo er ab 1965 an der Hochschule für Bildende Künste in Tel Aviv lehrt.
Auszeichnungen: 1938 wird er vom Frühlingssalon der Szinyei Gesellschaft ausgezeichnet. 1942 bekommt er den II. Preis der Freskoausschreibung „Freiheit und das Volk”. 1948 erreicht er den III. Preis der Freskoausschreibung des Religions- und Bildungsministeriums. 1950 und 1953 erhält er den Munkácsy-Preis. 1966 bekommt er den Nordau-Preis.
In den 1920er Jahren ist er Mitglied der illegalen kommunistischen Bewegung. Als Mitglied der Gruppe Sozialistischer Bildender Künstler ist er in den 1930er Jahren zunächst bestrebt den Realismus um einen trockenen Kubismus zu ergänzen, später, unter dem Einfluss von Ernő Kállai, hält ein pulsierend-dramatischer Expressionismus Einzug in sein künstlerisches Schaffen. 1939 arbeitet er mit Lajos Vajda und den jungen Künstlern von Szentendre zusammen. Auf seinen dichten Akten, Arbeiter- und Landschaftsbildern, die in ihrer Struktur an pflanzliches Mark erinnern, ist der Einfluss der ungarischen Version des Surrealismus, der Bioromantik, zu spüren. Als Mitglied der Europäischen Schule setzt er die Reihe seiner klobigen und erotisch beladenen Frauengestalten sowie schwerfälligen, deformierten Figuren fort. Seine Masken, Geisterwesen und Frottagen deuten allerdings schon auf den wachsenden Einfluss des (tételes) Surrealismus hin. Die Hinwendung zum Surrealismus wird nicht zuletzt durch seine Teilnahme an der surrealistischen Weltausstellung 1947 unterstrichen. Zu jener Zeit experimentiert er auch mit der nonfigurativen Malerei. 1949 wendet er sich von seinem bisherigen Lebenswerk jäh ab und wird ein glühender Anhänger des realsozialistischen Kunstverständnisses sowjetischen Typs (Genosse Kónyi, Der Stachanov-Arbeiter der Ganz Fabrik, beide 1950) Ab 1953 lockert sein orthodoxer Naturalismus nachgerade auf, in der Emigration kehrt er schließlich wieder zu jener experimentellen Formensprache zurück, die für sein Werk in der Schaffensperiode vor 1949 charakteristisch war. Sein Nachlass gelangte 1988 wieder nach Ungarn zurück.