CSÓK, István

István CSÓK
Maler
(Sáregres, 13. Februar 1865–Budapest, 01. Februar 1961)

Zwischen 1882 und 1885 besucht er die Schule für Musterzeichnung in Budapest. Danach studiert er an die Akademie in München, wo er zum Freundeskreis von Simon Hollósy gehört. Zwischen 1887 und 1889 bildet er sich an der Julian Akademie in Paris weiter. Er wird dort unter anderen von William Bouguereau unterrichtet. Seine frühen Werke tragen am ehesten die Züge des feinen Naturalismus eines Bastien Lepage oder Dagnan Bouveret (Waisen, 1891). Er fühlt sich von historischen Szenen angezogen. Aus Anlass des Milleniums malt er das großformatige Bild Erzsébet Báthory (1895). 1897 arbeitet er in der Künstlerkolonie von Nagybánya. Seine Kunst entwickelt sich allerdings parallel zu den dortigen Pleinair-Strömungen. Auf seinen Bildern gewinnen die Farben nachgerade an Intensität. Für seine Kunst entlehnt er Elemente aus der Volkskunst der Sokác (Eine südslawische Volksgruppe, die ab dem 15. Jahrhundert vor den Türken Richtung Norden floh. Sie ließ sich im Komitat Baranya nieder, vor allem rings um die Stadt Mohács.). Er strebt jedoch nicht nach folkloristischen Effekten. Seinem Schaffen kommt zweifellos zugute, dass er zwischen 1903 und 1910 in Paris lebt. In den 1910er Jahren verewigt er in unzähligen Szenen seine kleine Tochter (Züzü’s Weihnachten, 1912). In der Zwischenkriegszeit malt er biblische Kompositionen, gelöste Stillleben am Balaton und charaktervolle Porträts (Frühstück meines  Taufpaten, 1932). Seine Bilder werden in jener Zeit vor allem im Ernst Museum ausgestellt. Er ist Vorsitzender der 1920 gegründeten Szinyei Gesellschaft. Zwischen 1920 und 1932 ist er Professor an der Ungarischen Hochschule für Bildende Künste, die nach einer Reform die Kunstprinzipien der Schule von Nagybánya zur Richtschnur nimmt. Seinen gelösten, postimpressionistischen Stil bewahrend, stellt er nach 1945 zahlreiche Porträts, Stillleben und Landschaftsbilder (Dunaföldvár, 1947) aus. 1948 und 1952 wird ihm der Kossuth-Preis verliehen. Ab 1949 ist er Vorsitzender der Gesellschaft Ungarischer Bildender Künstler. 1962 wird zu seinem Gedenken ein Museum in Cece eröffnet.
(Peter Bognár)


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