FAJÓ, János

János FAJÓ
Maler
(Orosháza, 09. Februar 1937)

1956-1961: Ungarische Hochschule für Kunstgewerbe, dekorative Malerei. Seine Professoren: Pál Miháltz, György Z. Gács, Lajos Szentiványi. Als seinen Meister betrachtet er Lajos Kassák. Studienreisen: 1960: Sowjetunion. 1965: Ägypten. 1969: Wien, Basel, Paris, London, Nürnberg (mit der Witwe von Lajos Kassák). 1974 ist er einer der Begründer der Budapester Werkstatt. 1976: Er ist einer der Gründer der Künstlerkolonie sowie des Symposions für Metallkunst in Győr.

Zwischen 1976 und 1988 ist er künstlerischer Leiter der Galerie in der Budapester Josefstadt sowie der Freien Sommerschule in Szerencs. Zwischen 1985 und 1996 unterhält er Arbeitsbeziehungen zu Max Bill und Victor Vasarely. Stipendien: 1971: Wilhelm Morgner H., Soest. 1973: Malwochen, Graz. 1979: Holz und Umgebung. Preis für Holzkunst in Cegléd. 1985: Munkácsy-Preis; er wird Professor an der Ungarischen Hochschule für Kunstgewerbe.

Sein individueller Stil, der sich in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre herausbildet, speist sich vor allem aus den geometrischen Traditionen und der Kunsthaltung des Konstruktivismus. Wirkung auf sein Schaffen haben die Strömungen des Op-Art, des Minimal-Art sowie das Programm der neuen Geometrie. Sein geistiger Mentor ist Lajos Kassák, aus dessen künstlerischem Schaffen er im Klub Junger Künstler 1965 eine Ausstellung organisiert. Kompositorisches Grundprinzip seiner Bilder ist die Reduktion, die zum einen auf der Geometrisierung der natürlichen Formen, zum anderen auf der Variabilität dieser reduzierten Elemente beruht. Auf seinen Bildern paart sich exakte Formenstruktur mit den Grundfarben und deren Variationen. Das Resultat sind eine harmonische Farb- und Formensprache sowie klare Proportionen. Im Gegensatz zur unpersönlichen, modellierenden Haltung der Minimal-Art bewahrt seine Kunst seine empirischen Wurzeln. Angesichts seiner bogenförmigen Formensprache, die ihren Ursprung im Kreis hat, spielt die Sinnlichkeit eine erhebliche Rolle in seinen Werken. Mit Blick auf sein künstlerisches Vorgehen nimmt die Vervielfältigung einen wichtigen Platz ein. Neben den Öl-Leinwandbildern ist die Serigraphie zum einen Mittel zur Herausarbeitung steriler, homogener Oberflächen und des endgültigen Farbtons. Zum anderen ist sie Vehikel zur Demokratisierung des Kunstwerks. Als Vertreter einer Gruppe progressiver Künstler verfasst er zusammen mit Imre Bak eine programmatische Schrift. Kern dieses Manifests, das in der Ausstellung des Stúdió 66 vorgestellt wird und ideell den Künstlern des Zuglóer Kreises nahe steht, liegt im expansionistischen Anspruch ihrer künstlerischen Experimente sowie in der gesellschaftlichen Integration ihrer Bestrebungen. 1974 ruft er neben den erwähnten Künstlern mit Ilona Keserü, András Mengyán und Tamás Hencze die graphische Siebdruck-Werkstatt ins Leben, die später unter dem Namen Budapester Werkstatt bekannt werden sollte. Das plastische Schaffen von Fajó steht zu seiner Malerei in enger Verwandtschaft. Seine Skulpturen sind räumliche Manifestationen jener Prinzipien, die er auf der zweidimensionalen Oberfläche entwickelt hat. Auf der Grundlage der geometrischen Grundformen (Kreis, Viereck, Dreieck), die auf seinen Bildern zu sehen sind, arbeitet er eine eigene plastische Formsprache aus. In den sechziger Jahren fertigt er vor allem gefaltete Papierausschnitte an. In Hinblick auf das Grundmaterial und die gestalterische Technik formt er seine Skulpturen später auf organische Weise in Einklang mit der Geistigkeit des Werkes. Für die Buchreihe Schneller werdende Zeit des Magvető Verlags gestaltet er die Umschläge.
(Peter Bognár)


files/kepmurol/fajo janos - formazott vaszon.jpgfiles/kepmurol/fajo janos - kek-zold ii.jpgfiles/kepmurol/fajo janos - 820.jpgfiles/kepmurol/fajo janos - 821.jpgfiles/kepmurol/fajoJ.jpg