ANDRÁSSY KURTA, János

János KURTA ANDRÁSSY
Bildhauer, Münzkünstler
(Chişcău [RO], 23. November 1911)

Zwischen 1931 und 1935 besucht er die Ungarische Hochschule für Bildende Künste. Sein Meister im Fach der Bildhauerei ist Jenő Bory. Nach Abschluss der Hochschule arbeitet er im Atelier von Ferenc Medgyessy. 1968 und 1971 wird ihm der Niveau-Preis verliehen, 1981 wird er Ehrenbürger der Stadt Sárospatak, 1992 erhält er das Verdienstkreuz der Ungarischen Republik. Er ist Mitglied des Verbands Neuer Künstler, der Neuen Gesellschaft Bildender Künstler, der Ungarischen Akademie der Künste und des Ungarischen Verbands der Bildenden Künste. Er lebt in Budapest. Seine Werke werden seit 1931 ausgestellt. Er stellt im Rahmen von Gruppenschauen in der Budapester Kunsthalle (Műcsarnok) und im Nationalen Salon (Nemzeti Szalon) aus, darüber hinaus nimmt er bei Ausstellungen der Neuen Gesellschaft Bildender Künstler und des Verbands Neuer Künstler teil. Nach 1945 bleibt er jahrelang dem Kunstbetrieb in Ungarn fern. Er stellt erst wieder 1954 aus. Neben der Bildhauerei arbeitet er als Maler und Grafiker. Immer wieder veröffentlicht er Texte und Artikel in Fachzeitschriften und Tageszeitungen, die sich mit der Kunst auseinandersetzen. 1975 überlässt er sein Lebenswerk der Stadt Sárospatak. 1982 wird daselbst die erste ständige Schau seiner Werke eröffnet. Diese wird 1991 aktualisiert und erneuert. Seine Kunst ist von monumentalen Plastiken gekennzeichnet, die, aus dem Schaffen der dreißiger Jahre hervorgegangen, die Beschaffenheit der Materie akzentuieren und einen Realismus der geschlossenen Komposition repräsentieren. Dramatisch verdichtete Kleinplastiken und Reliefs gehören ebenfalls zu seinem künstlerischen Repertoire. In seinen religiös inspirierten Bildern trachtet er danach, den ungarischen Stil zu finden. Auf seinen Bildern sind symbolisch und religiös angehauchte Genrefiguren sowie volkstümliche Formen zu sehen. Er verewigt die typischen Bewegungen des arbeitenden Menschen. Seinen Kleinplastiken ist die soziale Empfindsamkeit eigen. Mit Vorliebe formt er grobschlächtige Gestalten, die in monumentale Blöcke gesperrt sind. Seine Skulpturen sind von einfacher Komposition, insbesondere die Porträts; seine Sichtweise ist volkstümlich, seine Reliefs sind von feiner Strichführung. Ab den vierziger Jahren sammelt er Reminiszenzen volkstümlicher Bildhauerei. Sein Ziel ist es, durch die Übernahme volkstümlicher Formen und Themen neuartige Skulpturen zu schaffen. Anfang der vierziger Jahren tritt in seinem Schaffen ein thematischer Wandel ein: viele Frauenakte (Léda etc.), neue plastische Lösungen, abgerundete Formen, einfache Schönheit, auch wird die krause Oberflächenbehandlung glatter und entspannter. Er rückt sowohl vom dramatischen Ausdruck als auch von den blockartigen Formen ab und entdeckt das Licht-Schatten-Spiel an der Oberfläche. Ab Mitte der fünfziger Jahre fertigt er Skulpturen für öffentliche Plätze an. Überdies schafft er Pendants zu seinen Kleinplastiken aus den dreißiger Jahren. Zwischen 1954 und 1960 formt er großformatige Frauenskulpturen von lyrischer Schönheit. Diese sind blockartig, bar jedweder Details; er konzentriert sich nun vielmehr auf die Relationen und die Sprache der Bewegungen. Ab Ende der vierziger Jahre formt er Kleinplastiken aus Bronze, die Akte darstellen. In den sechziger Jahren ist sein künstlerisches Schaffen von gedehnten, entspannten Skulpturen, abstrakten, abgerundeten Formen, kurvigen Plastiken sowie Figuren von einfacher Strichführung gekennzeichnet. 
(Peter Bognar)

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