BERÉNY, Róbert

Róbert BERÉNY
Maler
(Budapest, 18. März 1887–Budapest, 10. September 1953)

1904: Schule für Musterzeichnung; sein Meister: Tivadar Zemplényi. 1905: Akademie Julian, Paris; sein dortiger Meister: J. P. Laurens. 1936: Szinyei-Preis. 1947: Pro Arte. 1950, 1952: Munkácsy-Preis. 1951: Kossuth-Preis. Seinen frühen Werken haftet der Einfluss von Munkácsy an. Während seiner Pariser Zeit wecken die neuen Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst sein Interesse. Vor allem Cézanne und Matisse haben auf ihn Wirkung. Sein Selbstbild mit Strohhut (1906) und seine damaligen Stillleben tragen bereits die Merkmale der neuen Strömung. Er pflegt engen Kontakt zur Literaturzeitschrift Nyugat und zu den Vertretern der neuen zeitgenössischen Musik. Aus seinen Porträts der 1910er Jahre ragt besonders das Bildnis von Béla Bartók (1913) hervor. Während der Räterepublik ist er Leiter der Fachabteilung Malerei im Künstlerischen Direktorium. Sein Plakat mit dem Titel Zu den Waffen! Zu den Waffen! (1919) hat durchschlagende Kraft. Nach dem Scheitern der Räterepublik emigriert er nach Berlin. Er bleibt dort bis 1926. Als Folge seiner experimentellen Studien in Berlin wird nicht nur seine Malerei befreiter. Auch seine Darstellungsweise wird plastischer. Das bekannteste Gemälde aus dieser Periode ist die Cello spielende Frau (1927). In den dreißiger Jahren wendet er sich der Tradition von Nagybánya zu. Vor allem nähert er sich der künstlerischen Auffassung von Károly Ferenczy. Ab 1934 arbeitet er in Zebegény. Aus dieser Zeit stammen Werke wie Richtung Bahnhof (1937) und Eisschleppen (1937). 1945 wird sein Atelier in Zebegény samt zahlreicher Gemälde zerstört. 1948 wird er Professor an der Ungarischen Hochschule für Bildende Künste. Ab Ende der vierziger Jahre widmet er sich der thematischen Malerei. Er malt anspruchsvolle, großformatige Kompositionen (Malschüler, 1947; Maifest, 1950; Atelier-Besuch, 1951). Auch sein graphisches Schaffen ist bedeutend. Ab den dreißiger Jahren findet er immer weniger Gefallen an der vervielfältigten Graphik. Er gebraucht nun Rötelstift, Walnussbeize und verdünnte Tusche (Briefschreiber, 1940; Aufopferung von Izsák, 1942). Seine Plakate bleiben im Rahmen der Dekorativität und der psychologischen Effekthascherei (Boon Kakao, Flóra Seife, Palmen-Kautschuk-Ecke).
(Peter Bognár)

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