ALTORJAI, Sándor

Sándor ALTORJAI
Maler
(Maklár, 26. Januar 1933–Szigliget, 10. Oktober 1979)

Seine künstlerischen Grundkenntnisse sammelt er im Dési Huber Kreis. Bereits als fertiger Apotheker besucht er zwischen 1958 und 1963 die Ungarische Hochschule für Bildende Künste, wo Endre A. Fenyő, Géza Fónyi, Gyula Hincz und Jenő Barcsay seine Professoren sind. Zwischen 1959 und 1964 arbeitet er in verschiedenen Künstlerkolonien (Sümeg, Salgotarján, Hódmezővásárhely, Kecskemét). 1960 unternimmt er eine Studienreise nach Moskau, 1962 nach Prag, 1969 schließlich nach Paris. 1965 lässt er sich in Szigliget (Balaton) nieder, wo er einen Hof bewirtschaftet. Mitte der sechziger Jahre lernt er Ákos Szabó und Miklós Erdély kennen, deren Freundschaft prägend für ihn ist. Mit den beiden Künstler-Freunden nimmt er an mehreren Avantgarde-Veranstaltungen teil: Verborgene Parameter (Miklós Erdélys Filmpräsentation, Kossuth Klub 1968); im Rahmen der Vernissage seiner Ausstellung 1971 liest Miklós Erdély seine selbstironische Schrift mit dem Titel „Manifest des Gyagyaismus“ vor (abgeleitet vom Dadaismus; gyagyás = schwachsinnig, bescheuert); 1979 spielt er eine Rolle in Erdélys Film „Version“.  Ein Teil seiner Werke wird zum so genannten Surnaturalismus gezählt: Auf diesen Farbbildern, die er durch eine Kombination von Gieß-, Reib- und Saugtechnik herstellt, sind die Akteure seiner persönlichen Mythologie zu sehen (Selbstbildnis als besoffenes Schwein, 1970; Onkel Gyagya als roter Guru, 1970–1971). Mit dem wachsenden Bewusstsein seiner fortschreitenden Krankheit werden seine Arbeiten zusehends herber und provokativer. Zum einen schafft er großflächige Montagen, zum anderen entwickelt er seine früheren Werke weiter. An der Vorbereitung seiner posthumen Ausstellung 1980 wirkt er noch selbst mit.
(Peter Bognar)

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